Ein digitaler Briefkasten löst das Postproblem, das fast jeder digitale Nomade kennt: Bank, Finanzamt oder Krankenkasse schreiben an eine deutsche Adresse, du sitzt aber in Lissabon oder Chiang Mai. Ein Scan-Dienst fängt die Briefe ab, öffnet sie, scannt sie und stellt sie dir als PDF bereit. In Deutschland sind dafür drei Anbieter besonders verbreitet, die nach völlig unterschiedlichen Prinzipien arbeiten: Caya, Dropscan und POSTSCAN der Deutschen Post.
In diesem Vergleich digitaler Briefkästen erfährst du, wie die Post jeweils in den Scanner kommt, was die Scans taugen (Auflösung, Texterkennung, Format), was mit deinen Originalen passiert, wie es um DSGVO und Postgeheimnis steht und was die Dienste im Monat wirklich kosten. Mit Tabellen, einer Entscheidungshilfe nach Nutzerprofil und einer Checkliste für die Einrichtung vor der Abmeldung.
Was ist ein digitaler Briefkasten?
Kurz gesagt: Ein digitaler Briefkasten ist ein Dienst, der deine Briefpost in einem Scan-Zentrum annimmt, digitalisiert und dir über ein Kundenkonto, eine App oder per E-Mail als Datei bereitstellt. Die Originale werden je nach Anbieter vernichtet, eingelagert oder auf Wunsch weitergeschickt. Damit bekommst du deine Post weltweit, ohne dass jemand in Deutschland deinen Briefkasten leeren muss.
Für digitale Nomaden ist das mehr als Komfort. Wer sich aus Deutschland abmeldet, braucht trotzdem eine Postadresse für Banken, Versicherungen und Behörden. Kommt ein Brief mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurück, kann das bei der Bank eine Kontosperre auslösen (mehr dazu im Bankkonto-Ratgeber). Ein Scan-Dienst ist eine legale Antwort auf die Frage nach einer Postadresse ohne festen Wohnsitz. Eine Meldeadresse ersetzt er nicht.
Caya, Dropscan und POSTSCAN im Überblick
Die drei Dienste lösen dasselbe Problem auf drei Arten: POSTSCAN fängt Briefe im eigenen Netz der Deutschen Post ab, Dropscan lässt dich vor dem Öffnen entscheiden, Caya scannt alles automatisch und bereitet es für die Buchhaltung auf. Die Quellen zu den Werten findest du in den Abschnitten darunter.
Merkmal | Deutsche Post POSTSCAN | Dropscan | Caya |
|---|---|---|---|
Prinzip | Abfangen im Briefzentrum der Deutschen Post | Scan-Zentrum, erst Umschlag-Scan, dann deine Entscheidung | Scan-Zentrum, jeder Brief wird automatisch geöffnet und gescannt |
Zielgruppe | Nur Privatpersonen | Privat- und Geschäftskunden | Privat- und Geschäftskunden |
Wie kommt die Post hin? | Automatisch, ohne Nachsendeauftrag | Nachsendeauftrag oder eigene Scanbox-Adresse | Nachsendeauftrag oder eigene Postbox-Adresse |
Privat ab (pro Monat) | 14,99 € | 8,90 € (Basic, plus 2,50 € je geöffnetem Brief) | 12,99 € (ab dem 2. Vertragsjahr 14,99 €) |
Scans inklusive | Max. 15 Sendungen pro Monat | Flat Single und Flat Family: unbegrenzt | 10 bis 30 Briefe |
Scan-Auflösung | Keine Herstellerangabe | 300 dpi, Farbe | Keine Herstellerangabe |
Texterkennung (OCR) | Ja | Ja, als PDF/A-2u | Ja, mit Datenextraktion |
Native App | Nein (Webportal, WEB.DE, GMX) | Nein (Web-App) | Ja, iOS und Android |
Originale | Vernichtung direkt nach dem Scan | 10 bis 30 Tage kostenlos, danach Vernichtung | 90 Tage kostenlos, danach Vernichtung nach DIN 66399 |
So kommt deine Post in den Scanner: Nachsendeauftrag oder Scan-Adresse
Bevor du über Preise nachdenkst, entscheidet ein logistisches Detail über die Wahl: Wie gelangen deine Briefe überhaupt zum Scan-Dienst? Hier unterscheiden sich POSTSCAN und die beiden unabhängigen Scan-Dienstleister grundlegend.
POSTSCAN: Abfangen im Netz der Deutschen Post
Die Deutsche Post betreibt die Briefzentren selbst. Briefe an deine Hausanschrift werden deshalb dort ausgesteuert, bevor sie in die Zustellung gehen. Einen Nachsendeauftrag brauchst du nicht (Produktseite POSTSCAN), die Briefe werden laut POSTSCAN-FAQ am regulären Zustelltag gescannt.
Die Kehrseite: POSTSCAN erfasst nur, was durch das Netz der Deutschen Post läuft. Briefe privater Zusteller wie der PIN AG oder regionaler City-Post-Dienste, die auch Behörden, Gerichte und Stadtwerke nutzen, landen weiter im physischen Briefkasten.
Caya und Dropscan: Nachsendeauftrag oder eigene Adresse
Caya und Dropscan betreiben eigene Scan-Zentren. Deine Post erreicht sie auf zwei Wegen:
- Nachsendeauftrag: Briefe an deine alte Adresse werden zum Scan-Dienst umgeleitet. Beide Anbieter vermitteln Nachsendeaufträge auch bei der PIN AG (Dropscan-Privattarife, Caya für Privatkunden). Das erhöht die Chance, dass auch Behördenpost ankommt, kostet aber doppelt und muss regelmäßig verlängert werden.
- Eigene Scan-Adresse: Du bekommst eine Anschrift mit Kundennummer (Dropscan: Scanbox, Caya: Postbox). Briefe gehen ohne Umweg ins Scan-Zentrum, du musst die Adresse aber bei allen Vertragspartnern ändern.
Nachsendeauftrag | POSTSCAN | Dropscan | Caya |
|---|---|---|---|
Deutsche Post | Entfällt (netzintern) | ||
PIN AG | Nicht unterstützt |
POSTSCAN nach der Abmeldung: was digitale Nomaden wissen müssen
Kurz gesagt: POSTSCAN funktioniert auch nach der Abmeldung aus Deutschland, aber nur, wenn du den Dienst vor dem Auszug eingerichtet hast. Nachträglich ist die Aktivierung praktisch nicht mehr möglich.
- AdressTAN per Brief: Zur Freischaltung schickt die Deutsche Post eine AdressTAN per Post an die Adresse, die gescannt werden soll (POSTSCAN im Shop der Deutschen Post). Diesen Brief musst du noch selbst aus dem Briefkasten holen können, also bevor du ausziehst und dein Name vom Briefkasten verschwindet.
- Mehr als 15 Briefe: Mehr als 15 Sendungen im Monat scannt POSTSCAN nicht (POSTSCAN-FAQ). Was darüber hinausgeht, wird normal an die Hausanschrift zugestellt. Steht dort dein Name nicht mehr, gehen diese Briefe als „unbekannt verzogen“ an den Absender zurück, genau das, was du bei Bank und Behörden vermeiden willst.
- Originale ins Ausland: Die gebuchte Lageroption schickt die gesammelten Originale gebündelt an die Empfangsanschrift (Produktseite POSTSCAN). Eine Rücksendung an eine Adresse im Ausland ist nicht vorgesehen beziehungsweise problematisch.
- Nur eine Person: POSTSCAN ist an eine einzelne Person gebunden (POSTSCAN-FAQ). Briefe an Partnerin oder Partner an derselben Adresse brauchen einen zweiten Vertrag.
Scan-Qualität: Auflösung (dpi), Format und Texterkennung (OCR)
Für die Qualität eines Scans zählen drei Dinge: die Auflösung in dpi (Bildpunkte pro Zoll), das Dateiformat und die Texterkennung (OCR, Optical Character Recognition), die aus dem Bild durchsuchbaren Text macht.
Auflösung: 300 dpi bei Dropscan, sonst keine Angabe
Nur Dropscan nennt eine Auflösung: laut Tarifseite scannt der Dienst in Farbe mit 300 dpi. Caya und die Deutsche Post veröffentlichen keine dpi-Werte. Eine Auflösung von 600 dpi bewirbt keiner der drei Dienste. Zur Einordnung: 300 dpi gelten als gängiger Standard für gut lesbare Textdokumente und eine zuverlässige Texterkennung. Höhere Auflösungen wie 600 dpi bringen vor allem bei Fotos, Grafiken oder sehr kleiner Schrift Vorteile und erzeugen deutlich größere Dateien.
Format: PDF/A-2u bei Dropscan
Dropscan liefert Scans im Archivformat PDF/A-2u (ISO 19005-2). Schriften sind eingebettet, der Text ist als Unicode durchsuchbar und die Datei bleibt langfristig lesbar. Das ist praktisch, wenn du Dokumente jahrelang aufbewahren musst, etwa für das Finanzamt.
Texterkennung: von der Volltextsuche bis zur Belegerkennung
- POSTSCAN: Texterkennung vorhanden, aber keine weitere Auswertung. Die Besonderheit ist ein digitales Prüfsiegel auf jedem Scan, das Unverfälschtheit und Scan-Zeitpunkt belegt (Leistungsbeschreibung POSTSCAN).
- Dropscan: Volltextsuche über alle Scans im PDF/A-Format, Automatisierung über Regeln, REST-API und Webhooks.
- Caya: OCR plus automatische Datenextraktion: Absender, Dokumenttyp, Rechnungsbeträge, Steuerbeträge und Bankverbindungen werden erkannt und für Freigaben oder die Buchhaltung bereitgestellt.
Funktion | POSTSCAN | Dropscan | Caya |
|---|---|---|---|
Volltext-OCR | Ja | Ja (PDF/A-2u) | Ja, mit Datenextraktion |
Prüfsiegel auf dem Scan | Nein | Nein | |
Umschlag-Vorschau vor dem Öffnen | Nein | Ja | Nein |
Native Apps | Nein (Webportal, Zustellung per WEB.DE oder GMX) | Nein (Web-App im Browser) | Ja, iOS und Android |
REST-API / Webhooks | Nein | In Business-Tarifen | |
Buchhaltung | Keine Anbindung | Lexware Office direkt, DATEV über Middleware (z. B. GetMyInvoices) | DATEVconnect online und Lexoffice direkt |
Cloud-Speicher | Nein | Dropbox, Google Drive, OneDrive | Dropbox, Google Drive, OneDrive |
Was passiert mit den Originalen? Aufbewahrung und rechtssichere Vernichtung
Nach dem Scan liegt dein Brief noch im Original vor. Wie lange er aufbewahrt wird und wie er vernichtet wird, ist für vertrauliche Unterlagen wie Kontoauszüge, Steuerbescheide oder Arztbriefe genauso wichtig wie der Scan selbst. Urkunden, vollstreckbare Titel oder notarielle Ausfertigungen brauchst du ohnehin im Original.
POSTSCAN | Dropscan | Caya | |
|---|---|---|---|
Kostenlose Aufbewahrung | 10 Tage (Basic, Flat 5), 30 Tage (Flat Single, Flat Family, Flat 50), bis 90 Tage (Enterprise) | ||
Längere Aufbewahrung | Lageroption: 7,99 € (1 Monat), 8,99 € (3 Monate) oder 9,99 € (6 Monate) pro Monat | Keine Angabe | |
Einzelnes Original anfordern | Nein, nur gesammelter Versand nach Ablauf der Lagerzeit | ||
Art der Vernichtung | „Datenschutzkonform“, keine Norm genannt | Kostenlose Vernichtung, keine Norm genannt |
DIN 66399 ist die Norm für die Vernichtung von Datenträgern. Sie legt Schutzklassen und Sicherheitsstufen fest, also wie klein Papier zerkleinert werden muss. Nur Caya nennt diese Norm ausdrücklich. Dropscan und die Deutsche Post sagen nur, dass vernichtet wird. Brauchst du einen Nachweis für eine bestimmte Sicherheitsstufe, frag vor dem Abschluss nach einem Vernichtungsprotokoll.
DSGVO und Postgeheimnis: Wie sicher sind digitale Briefkästen?
Kurz gesagt: Alle drei Anbieter sind deutsche Unternehmen und verarbeiten deine Daten nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Wo deine Scans gespeichert werden, steht in der Datenschutzerklärung des jeweiligen Anbieters, prüfe das vor dem Abschluss. Dass ein fremdes Unternehmen deine Briefe öffnet, ist erlaubt, weil du es mit einer Vollmacht ausdrücklich dazu ermächtigst.
- Postgeheimnis: Das Briefgeheimnis ist durch Art. 10 GG und § 39 PostG geschützt. Mit der Vollmacht zur Postöffnung, die du bei der Anmeldung erteilst, wird der Scan-Dienst dein Empfangsbote.
- Datenschutz: Scans enthalten Gesundheits-, Finanz- und Steuerdaten. Achte als Selbstständiger auf einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, wenn Briefe Daten deiner Kunden enthalten, außerdem auf eine Zwei-Faktor-Anmeldung und darauf, wo Daten gespeichert werden, wenn du Cloud-Speicher anbindest.
- Berufsgeheimnisträger: Für Anwälte, Steuerberater oder Ärzte (§ 203 StGB) ist POSTSCAN als reines Privatkundenprodukt nicht vorgesehen. Dropscan kann Post bestimmter Absender über Filter ungeöffnet aussortieren, Caya bildet im Tarif Professional die Pflichten nach § 203 Abs. 3 StGB vertraglich ab.
Was digitale Briefkästen nicht annehmen
Kein Dienst ersetzt eine Paketannahme. Pakete, Päckchen und Warensendungen werden bei allen drei Anbietern abgewiesen, zurückgeschickt oder gegen Gebühr gelagert. Bei POSTSCAN gehen laut FAQ der Deutschen Post zudem Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren und Briefe mit hartem Inhalt wie Karten oder SIM-Karten ungescannt an die Hausanschrift. Eine Sendung darf höchstens 100 Blatt haben.
Gerade neue Bank- und Kreditkarten sind für Nomaden kritisch. Dropscan bietet dafür Sonderleistungen: den Scan von Plastikkarten (Vorder- und Rückseite, 6,00 bis 8,00 €) und das Freirubbeln und Erfassen von PIN- und TAN-Briefen. Plane den Kartentausch trotzdem vorher. Wie du dich mit mehreren Karten absicherst, liest du im Ratgeber Kreditkarte für digitale Nomaden, welche Karten im Ausland am günstigsten sind, in unseren Reise-Kreditkarten im Vergleich.
Kosten im Vergleich: Was kostet ein digitaler Briefkasten?
Für einen fairen Kostenvergleich zählen neben der Grundgebühr die Zahl der enthaltenen Scans, der Preis für weitere Briefe, Nachsendeaufträge und die Weiterleitung von Originalen.
Tarife für Privatkunden
Tarif | Preis pro Monat | Scans | Weitere Briefe |
|---|---|---|---|
POSTSCAN | 14,99 € (Einrichtungsmonat 14,99 € inkl. erstem Nutzungsmonat) | Max. 15 Sendungen | Kein Zusatzkontingent |
Dropscan Basic | Keine | 2,50 € je geöffnetem Brief | |
Dropscan Flat Single | Unbegrenzt | Inklusive | |
Dropscan Flat Family | Unbegrenzt | Inklusive | |
Caya Privat | 10 Briefe | Rund 1 € je Brief (0,99 bis 1,19 €) | |
Caya Privat, größter Tarif | 30 Briefe | Rund 1 € je Brief (0,99 bis 1,19 €) |
Tarife für Selbstständige und Unternehmen
Tarif | Preis pro Monat (netto) | Leistung |
|---|---|---|
Dropscan Flat 5 | 5 Scans inklusive, weitere 0,99 € | |
Dropscan Flat 50 | 50 Scans, unbegrenzte Nutzer, SSO, weitere 0,79 € | |
Dropscan Enterprise | Individuell | Ab 0,39 € je Brief |
Caya Essentials | Ab 9,99 € pro Nutzer | Zzgl. Briefvolumen (0,79 bis 0,99 € je Brief) |
Caya Standard | Ab 24,99 € pro Nutzer | Zzgl. Briefvolumen |
Caya Professional | Ab 79,99 € pro Nutzer | Zzgl. Briefvolumen, inkl. Regelungen für Berufsgeheimnisträger |
Geschäftskunden verweist die Deutsche Post auf das separate Produkt E-POSTSCAN mit eigenen Verträgen. Bei Caya können laut Leistungsbeschreibung für Privatkunden außerdem Servicepauschalen anfallen, etwa wenn ein Brief ohne eindeutige Postbox-Kennung ankommt oder in einem Sammelumschlag steckt. Kündigen kannst du POSTSCAN monatlich mit sieben Tagen Frist, Dropscan monatlich und Caya je nach Laufzeit monatlich oder jährlich.
Rechenbeispiel: 25 Briefe im Monat
Bekommst du nach der Abmeldung regelmäßig rund 25 Briefe im Monat, sieht die Rechnung mit den Preisen aus den Tabellen oben (ohne Nachsendeauftrag und Weiterleitungen) so aus:
- POSTSCAN: 14,99 €, aber 10 Briefe werden nicht gescannt und gehen an die Hausanschrift. Für dieses Volumen ungeeignet.
- Dropscan Flat Single: 24,90 €, alle Briefe gescannt. Mit Basic wären es 8,90 € + 25 × 2,50 € = 71,40 €.
- Caya Privat ab 12,99 €: 12,99 € + 15 weitere Briefe × 0,99 bis 1,19 € = 27,84 bis 30,84 €. Der größere Tarif mit 30 Briefen kostet 34,99 €.
Welcher digitale Briefkasten passt zu dir?
Dein Profil | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
Noch gemeldet, wenig Post (unter 15 Briefe), Urlaub oder Sabbatical | POSTSCAN | Günstig, kein Nachsendeauftrag, Scans mit Prüfsiegel |
Abgemeldet, Post an die alte Adresse, schwankende Menge | Dropscan Flat Single | Unbegrenzte Scans, Umschlag-Vorschau, Originale bis 30 Jahre archivierbar |
Paar oder Familie unterwegs | Dropscan Flat Family | Bis zu fünf Personen in einem Tarif |
Freelancer oder Unternehmer mit DATEV oder Lexoffice | Caya Standard oder Professional | Belegerkennung, Buchhaltungsanbindung, native App |
Firma mit eigenem Dokumentenmanagement oder Entwicklern | Dropscan Flat 50 oder Enterprise | REST-API, Webhooks, PDF/A-2u |
Checkliste: digitalen Briefkasten vor der Abmeldung einrichten
- Postmenge schätzen: Zähle zwei bis drei Monate lang deine Briefe. Unter 15 im Monat und nur Deutsche Post? Dann reicht POSTSCAN. Sonst Dropscan oder Caya.
- Dienst buchen, solange du noch an deiner Adresse wohnst: AdressTAN (POSTSCAN) oder Bestätigungen müssen dich noch erreichen.
- Nachsendeauftrag einrichten bei der Deutschen Post und, falls du Behördenpost erwartest, auch bei der PIN AG. Laufzeit notieren und rechtzeitig verlängern.
- Adressen umstellen: Bank, Versicherungen, Finanzamt und Krankenkasse bekommen die neue Scan-Adresse. Das spart auf Dauer Nachsendekosten.
- Regeln festlegen: Was soll gescannt, archiviert, weitergeleitet oder vernichtet werden? Bei Dropscan geht das pro Absender.
- Benachrichtigungen aktivieren und den Posteingang mindestens wöchentlich prüfen, damit dir keine Frist entgeht.
- Neue Karten planen: Kredit- und Bankkarten möglichst vor dem Wegzug tauschen oder Sonderleistungen für Karten- und PIN-Briefe nutzen.
Fazit: Drei Dienste, drei Philosophien
Ein digitaler Briefkasten ist für digitale Nomaden fast unverzichtbar, aber kein Dienst ist für alle der beste. POSTSCAN ist die einfachste und günstigste Lösung, solange du gemeldet bist, wenig Post bekommst und ihn vor dem Auszug aktivierst. Die harte Grenze von 15 Sendungen und die fehlende Erfassung privater Zusteller machen ihn für Langzeitreisende riskant. Dropscan ist mit der Flatrate, der Umschlag-Vorschau, Scans in 300 dpi als PDF/A-2u und dem Langzeitarchiv die robusteste Wahl für Nomaden mit wechselnder Postmenge. Caya spielt seine Stärken aus, wenn du selbstständig bist und Belege direkt in DATEV oder Lexoffice brauchst, und vernichtet als einziger Anbieter nachweislich nach DIN 66399.
Deine nächsten Schritte:
- Zähle deine Post der letzten Monate und ordne dich in der Tabelle „Welcher digitale Briefkasten passt zu dir?“ ein
- Buche den Dienst und den Nachsendeauftrag mindestens zwei bis drei Wochen vor dem Auszug
- Arbeite die übrigen Punkte vor dem Wegzug mit unserer Abmelde-Checkliste ab
- Sichere dein Konto ab: Welche Banken Kunden ohne deutschen Wohnsitz behalten, zeigt der Bankkonto-Vergleich
- Kläre, was die Abmeldung steuerlich bedeutet, im Beitrag zur beschränkten Steuerpflicht
Häufige Fragen zum digitalen Briefkasten
Ein Dienst, der deine Briefpost in einem Scan-Zentrum annimmt, öffnet, scannt und dir als PDF in einem Kundenkonto, einer App oder per E-Mail bereitstellt. Die Originale werden je nach Anbieter vernichtet, eingelagert oder weitergeschickt. In Deutschland verbreitet sind Caya, Dropscan und POSTSCAN der Deutschen Post.
Am zuverlässigsten mit einem Scan-Dienst wie Dropscan oder Caya, zu dem du deine Post per Nachsendeauftrag umleitest oder dessen Scan-Adresse du direkt angibst. Alternativ nimmt eine Vertrauensperson mit Postvollmacht deine Briefe an. POSTSCAN eignet sich, wenn du wenig Post bekommst und den Dienst vor dem Auszug aktivierst.
Ja, wenn du ihn vorher eingerichtet hast. Zur Aktivierung schickt die Deutsche Post eine AdressTAN per Brief an die Adresse, die du also noch erreichen musst. Briefe über dem Kontingent von 15 Sendungen pro Monat werden normal zugestellt und gehen zurück, wenn dein Name nicht mehr am Briefkasten steht.
Bei POSTSCAN nicht, weil die Deutsche Post die Briefe im eigenen Netz abfängt. Bei Caya und Dropscan brauchst du einen Nachsendeauftrag, wenn weiter Post an deine alte Adresse geht. Einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post vermitteln beide ab 31,90 € (Dropscan, 6 Monate) bzw. für 39,99 € (Caya, 12 Monate), auch bei der PIN AG.
Dropscan scannt in Farbe mit 300 dpi und speichert im Archivformat PDF/A-2u. Caya und die Deutsche Post veröffentlichen keine dpi-Angabe. Mit 600 dpi wirbt keiner der drei Dienste. Für Briefe und eine zuverlässige Texterkennung gelten 300 dpi als üblicher Standard.
Alle drei sind deutsche Anbieter und arbeiten nach der DSGVO. Wo die Scans gespeichert werden, steht in der jeweiligen Datenschutzerklärung. Die Öffnung deiner Post ist durch deine Vollmacht gedeckt. Als Selbstständiger solltest du zusätzlich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen, wenn Briefe Kundendaten enthalten.
POSTSCAN vernichtet sie direkt nach dem Scan, außer du buchst die Lageroption. Dropscan bewahrt sie 10 bis 30 Tage kostenlos auf und bietet ein Langzeitarchiv bis 30 Jahre. Caya lagert 90 Tage kostenlos und vernichtet danach nach DIN 66399. Bei Caya und Dropscan kannst du einzelne Originale gegen Gebühr plus Porto anfordern.
In der Regel nicht. Postbox- und Scanbox-Adressen gelten ohne gesonderte Vereinbarung nicht als ladungsfähige Geschäftsanschrift, weil dort kein Geschäftsbetrieb mit eigenem Personal besteht. Für Impressum oder Handelsregister brauchst du eine echte Geschäftsadresse.
Nein. Pakete, Päckchen und Warensendungen werden bei allen drei Anbietern abgewiesen, zurückgeschickt oder gegen Gebühr gelagert. POSTSCAN nimmt außerdem keine Zeitungen, Zeitschriften oder Briefe mit Karten an und scannt keine förmlichen Zustellungen in gelben Umschlägen.
Das hängt von deiner Postmenge ab. Bei ein bis zwei Briefen im Monat ist Dropscan Basic (8,90 € plus 2,50 € je geöffnetem Brief) am günstigsten, bis 10 Briefe Caya ab 12,99 €, bis 15 Briefe POSTSCAN mit 14,99 €, sofern alle Briefe über die Deutsche Post kommen. Ab etwa 20 Briefen im Monat ist die Dropscan Flat Single mit 24,90 € und unbegrenzten Scans günstiger. Rechne Nachsendeauftrag und Weiterleitungen immer mit ein.
